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Glückwünsche zum jüdischen Neujahrsfest 5782 (Rosch Haschana)

Granatäpfel, Äpfel und ein Honigglas

Rosch Haschana, © Colourbox

06.09.2021 - Artikel

Grußwort des Bundesministers des Auswärtigen, Heiko Maas, zum jüdischen Neujahrsfest 5782 (Rosch Haschana)

Bundesaußenminister Heiko Maas
Bundesaußenminister Heiko Maas© Thomas Imo/photothek.net

Allen Jüdinnen und Juden, ihren Familien und Freunden in Deutschland und auf der ganzen Welt wünsche ich von Herzen ein gesegnetes, glückliches und gesundes neues Jahr 5782!

Wir feiern dieses Jahr gemeinsam das besondere Jubiläum „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Zahlreiche Veranstaltungen der letzten Monate in Deutschland und im Ausland haben uns auf eindrucksvolle Weise die Bedeutung, Vielfalt und tiefe Verflechtung jüdischen Lebens in Deutschland über viele Jahrhunderte vor Augen geführt: Das Jubiläum gibt uns viele Gelegenheiten zu verstehen, zu gedenken und Wege in die Zukunft zu gestalten. Wir sind sehr froh, dass in diesem Jahr die historisch wichtigen und weltweit bekannten Zentren des Judentums, die SchUM-Stätten in Mainz, Worms und Speyer in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurden. Diese Entscheidung unterstreicht die tiefe Verankerung jüdischen Lebens in Deutschland und spornt uns gleichzeitig an, diesen wichtigen Teil unserer Geschichte neu zu entdecken und jungen Menschen noch stärker zu vermitteln. Ich bin dankbar, dass heute viele Jüdinnen und Juden Deutschland ihre Heimat nennen und an diese reichen Traditionen anknüpfen.

Doch war das vergangene Jahr auch ein schwieriges, in dem der Antisemitismus in Deutschland erneut sein hässliches Gesicht zeigte. Beschämende, antisemitische Äußerungen im Rahmen von Demonstrationen gegen die Einschränkungen in der Pandemie, besonders aber die Übergriffe und Ausschreitungen im Mai haben uns vor Augen geführt, welchen Bedrohungen Jüdinnen und Juden in Deutschland immer noch ausgesetzt sind. Wir werden in unserem Einsatz gegen Antisemitismus und gegen die Verharmlosung des Holocaust nicht nachlassen. Mit zahlreichen Initiativen und Projekten in Deutschland, der Europäischen Union, der Internationalen Allianz für Holocaust-Gedenken und im Europarat, stellen wir uns Antisemitismus, Antiziganismus und Rassismus entgegen – denn sie gehen uns alle an. Gemeinsam wollen wir den Zusammenhalt unserer offenen und liberalen Gesellschaft schützen.

Auch nach Israel sende ich meine besten Wünsche zum Neujahrsfest! Besonders dankbar bin ich für die große Anteilnahme und die großzügige Hilfsbereitschaft aus Israel nach der Flutkatastrophe im Juli in einigen Teilen Deutschlands. Sie zeigen die tiefe gesellschaftliche Verwurzelung unserer engen, vielfältigen und einzigartigen Beziehungen. Diese Beziehungen wollen wir weiter stärken.

Ich wünsche Ihnen schöne Feiertage. Bleiben Sie gesund und mögen alle Ihre guten Vorsätze und Wünsche für das kommende Jahr in Erfüllung gehen! Shana tova u’metuka!


Heiko Maas
Bundesminister des Auswärtigen

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